ORBITRUE Flanschplandrehmaschine in der Flanschbohrung gespannt beim Plandrehen der Dichtfläche
GUIDE

Flanschplandrehmaschine wählen: Baugröße, Montage, Antrieb

Redazione Maucotools 15. Oktober 2026 9 Min. Lesezeit
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Bei der Wahl einer Flanschplandrehmaschine gehen Sie vom größten Flansch aus, den Sie plandrehen müssen, und von der Bohrung, in der die Maschine spannen muss. Danach entscheiden Sie, wie sie gespannt wird (innen oder außen), wie sie angetrieben wird (von Hand, elektrisch, pneumatisch, hydraulisch oder CNC) und welche Energie und welche Ex-Zoneneinteilung der Standort zulässt. Alles Weitere ergibt sich aus diesen Antworten.

Der teure Fehler ist eine Maschine, die nicht zu den tatsächlichen Aufträgen passt: Eine zu kleine Flanschplandrehmaschine schickt den Auftrag zurück in die Werkstatt, eine zu große ist umständlicher zu transportieren, langsamer aufzubauen und bindet Kapital.

Eine Flanschplandrehmaschine ist eine mobile Drehmaschine, die am Flansch befestigt wird und ein einschneidiges Werkzeug über die Dichtfläche führt; so stellt sie Ebenheit und Dichtungsoberfläche in Einbaulage wieder her, ohne dass der Flansch aus der Leitung ausgebaut wird. Zum Verfahren selbst (Schadensarten, Ablauf, Endkontrolle) siehe den kompletten Leitfaden zum Plandrehen von Flanschen. Dieser Beitrag behandelt die Kaufentscheidung, Kriterium für Kriterium.

Vom Durchmesser ausgehen: Plandrehbereich und Spannbereich

Jede Flanschplandrehmaschine wird durch zwei Bereiche definiert, und beide müssen zu Ihren Flanschen passen:

  • Plandrehbereich: der kleinste und der größte Flächendurchmesser, den das Werkzeug überstreichen kann. Der größte Flansch, den Sie bearbeiten, bestimmt die Mindestbaugröße der Maschine.
  • Spannbereich: bei einer Maschine mit Innenmontage die Bohrungsdurchmesser, in denen sie spannen kann. Eine Maschine, die 19" plandreht, aber nicht in Ihrer 2"-Bohrung spannt, nützt an diesem Flansch nichts.

Messen Sie die zu bearbeitende Fläche, nicht die Nennweite der Leitung. Die Dichtfläche eines Flansches ist immer größer als seine Nennweite; eine Liste mit „12-Zoll-Flanschen“ sagt daher wenig aus, solange sie nicht in tatsächliche Flächendurchmesser umgerechnet ist.

Legen Sie die Maschine für die Flansche aus, die Sie im Laufe eines Jahres bearbeiten, nicht für die eine Leckage, die den Kauf ausgelöst hat.

In der ORBITRUE-Familie mobiler Flanschplandrehmaschinen von Maucotools ist die Modellnummer der maximale Plandrehdurchmesser in Zoll. Sechs Baugrößen decken 1" bis 80" ab (Ø 25–2032 mm); drei sind bereits erhältlich:

  • ORBITRUE 19 Manual: Plandrehen Ø 25–482 mm (1"–19"), Spannen in Bohrungen Ø 25–152 mm (1"–6").
  • ORBITRUE 40: Plandrehen Ø 457–1016 mm (18"–40").
  • ORBITRUE 80: Plandrehen Ø 1016–2032 mm (40"–80").

Die drei Bereiche schließen aneinander an, mit kleinen Überschneidungen bei 18"–19" und bei 40"; ein Flansch zwischen 1" und 80" fällt also in mindestens einen davon. Fragen Sie bei der 40 und der 80 den Spannbereich der Arme an und gleichen Sie ihn vor der Bestellung mit Ihrer kleinsten Bohrung ab.

Innen- oder Außenmontage: wo die Maschine ihren Bezug nimmt

Wie eine Flanschplandrehmaschine am Flansch befestigt wird, entscheidet darüber, was sie erreicht und was sie als Achse verwendet.

  • ID-Mount (Innenmontage): Die Maschine spannt sich in der Flanschbohrung, und die Bohrung wird zur Drehachse. Außen um den Flansch herum befindet sich nichts.
  • OD-Mount (Außenmontage): Die Maschine spannt außen um den Flansch oder das Rohr, meist mit einem äußeren Gestell oder Spannfutter, und dreht sich darum.

Die Innenmontage ist bei den meisten Arbeiten an Rohrleitungen und Behältern die richtige Wahl, aus drei Gründen:

  • Die Fläche bleibt vollständig frei. Ohne äußeres Gestell kann das Werkzeug in einer Aufspannung vom Bohrungsrand bis zum Außendurchmesser fahren.
  • Der Bezug ist die Bohrung. Die Bohrung ist konzentrisch zum Rohr oder Stutzen; die bearbeitete Fläche steht daher rechtwinklig zur Strömungsachse.
  • Weniger Platzbedarf rund um den Flansch. Benachbarte Flansche, Halterungen, Wände und Isolierung lassen oft keinen Raum für ein Gestell außen herum.

Maschinen mit Außenmontage kommen typischerweise in Betracht, wenn keine nutzbare Bohrung vorhanden ist, etwa bei manchen Blindflanschen, oder wenn die Bohrung versperrt ist. Alle ORBITRUE-Maschinen arbeiten mit Innenmontage: Sie spannen in der Flanschbohrung und drehen sich um sie.

Manuell oder motorisiert: die Wahl des Antriebs

Der Antrieb richtet sich nach zwei Gegebenheiten des Standorts: welche Energie am Flansch verfügbar ist und ob der Bereich als explosionsgefährdet eingestuft ist. Auch die Flanschgröße spielt mit, denn große Flächen bedeuten lange Werkzeugwege.

Manuell: ganz ohne Energieversorgung

Eine handbetriebene Flanschplandrehmaschine braucht nichts außer dem Bediener. Sie ist im Vorteil bei kleinen Flanschen, auf engem Raum und dort, wo das Heranführen von Strom, Druckluft oder einem Hydraulikaggregat länger dauern würde als der Einsatz selbst. Große Durchmesser, hoher Materialabtrag und lange Serien sind Arbeit für eine motorisierte Maschine.

Die ORBITRUE 19 Manual arbeitet mit radialem Leitspindelvorschub über einen Sterngriff, nachstellbaren Messingleisten und einer Wendeschneidplatte auf starrem Halter und hinterlässt eine durchgehende Spirale (phonographische Oberfläche). Ihre Abmessungen betragen 331 × 191 mm.

Elektrisch

Die einfachste motorisierte Lösung überall dort, wo Netzstrom oder ein Generator verfügbar ist und der Bereich nicht explosionsgefährdet ist. Die elektrische ORBITRUE 40 nutzt einen Getriebemotor mit Planetengetriebe; die elektrische ORBITRUE 80 hat einen Getriebemotor mit 2,5 kW und Planetengetriebe und dreht mit bis zu 80 U/min.

Pneumatisch

Druckluft ist in Raffinerien, petrochemischen Anlagen und Werften meist ohnehin vorhanden, und pneumatische Antriebe sind die übliche Antwort, wo elektrische Betriebsmittel eingeschränkt sind.

Hydraulisch

Gut geeignet, wenn ein Hydraulikaggregat bereits zur Ausrüstung vor Ort gehört, etwa bei Teams, die auch hydraulische Verschraubungswerkzeuge einsetzen.

CNC

Für Anwender, die den Zyklus numerisch gesteuert fahren möchten. Wie die elektrische Ausführung ist sie nicht für explosionsfähige Atmosphären bestimmt.

Ex-Zoneneinteilung (ATEX)

Hier gehen viele Spezifikationen schief, deshalb lohnt sich Präzision:

  • Die pneumatische und die hydraulische Ausführung von ORBITRUE 40 und 80 sind in ATEX-Ausführung Kategorie 3 für Zone 2 erhältlich. Kategorie 2 (Zone 1) ist auf Anfrage lieferbar.
  • Die elektrische und die CNC-Ausführung sind nicht für explosionsfähige Atmosphären bestimmt.
  • Die ORBITRUE 19 Manual besitzt keine eigene Zündquelle. In einem Ex-Bereich wird sie im Rahmen der Arbeitserlaubnis des Betreibers eingesetzt.
  • Unabhängig von der Maschine erfordert jede Arbeit in einem Ex-Bereich die Arbeitserlaubnis des Betreibers. Die Gerätekategorie ist eine Grundlage für diese Erlaubnis, kein Ersatz dafür.

Liegt der Einsatzort in einem Ex-Bereich, nennen Sie Zone, verfügbare Energie und Flanschgröße gleich in Ihrer ersten Anfrage: Sie können Maucotools die Flanschdaten senden und erhalten einen Vorschlag für die passende Baugröße und Antriebsausführung.

Arbeitslage, Aufspannung und Bearbeitungen über das Plandrehen hinaus

Horizontal oder vertikal

Flanschflächen zeigen nicht immer zur Seite. Ein Flansch an einer horizontalen Rohrleitung oder an einer Wärmetauscher-Vorkammer hat eine vertikale Fläche, ein nach oben zeigender Stutzen eine horizontale. Prüfen Sie, ob die Maschine für beide Lagen ausgelegt ist. ORBITRUE 40 und ORBITRUE 80 werden horizontal oder vertikal montiert, mit Spannarmen in der Bohrung und dem Drehmodul auf einem Präzisions-Drehkranz.

Vorschub und Oberfläche

Der radiale Vorschub bestimmt die Oberfläche. Der automatische Vorschub pro Umdrehung bewegt das Werkzeug bei jeder Umdrehung um denselben Betrag und hinterlässt eine durchgehende Spiralrille; über die Handverstellung kann der Bediener bei Bedarf eingreifen. Die 40 und die 80 haben beides. Bei der 19 Manual erfolgt der Vorschub von Hand über die Leitspindel.

Fasen, Abschrägungen und RTJ-Nuten

Plandrehen ist selten die einzige Bearbeitung. Bei ORBITRUE 40 und 80 ist der Werkzeugkopf um ±45° schwenkbar; in derselben Aufspannung lässt sich daher plandrehen, anfasen und abschrägen, ohne eine zweite Maschine mitzubringen. Für die 40 und die 80 ist auf Anfrage ein RTJ-Nutbearbeitungssatz erhältlich; für die 19 Manual wird er nicht angeboten.

Transport und Aufbau

Fragen Sie, wie die Maschine zum Flansch gelangt und wer sie montiert. Eine kleine manuelle Flanschplandrehmaschine kommt im Transportkoffer (bei der 19 Manual mit Betriebsanleitung, Herstellererklärung und Prüfzertifikat) und wird von einer Person getragen. Große Maschinen brauchen Hebezeug und einen Plan für vertikale oder hochgelegene Einbaulagen: Klären Sie das Handling mit dem Lieferanten und den Zugang mit dem Betreiber vor dem Stillstand, nicht währenddessen.

Eine Plattform, zwei Maschinen

Wenn Ihr Team auch große Gehäuse ausspindelt, lohnt sich ein Blick auf das Switch System. Mit dem Switch Kit wird die ORBITRUE 40 oder 80 zum mobilen Bohrwerk für große Durchmesser – und wieder zurück. Für die Bohrwerksseite dieser Entscheidung wendet der Leitfaden zur Auswahl eines mobilen Bohrwerks dieselbe Logik an: zuerst der Durchmesser.

Fragen an den Lieferanten vor dem Kauf einer Flanschplandrehmaschine

  1. Wie groß sind Plandreh- und Spannbereich, und passt meine kleinste Bohrung?
  2. Innen- oder Außenmontage – und wie viel Freiraum braucht die Maschine um den Flansch herum und davor?
  3. Welche Antriebe gibt es, und welche Ausführung eignet sich für meine Ex-Zone? Lassen Sie sich die ATEX-Kategorie für genau die angebotene Ausführung schriftlich bestätigen.
  4. Arbeitet die Maschine sowohl horizontal als auch vertikal?
  5. Ist der Radialvorschub automatisch pro Umdrehung, manuell oder beides? Welche Oberfläche hinterlässt die Maschine?
  6. Kann der Kopf anfasen und abschrägen? Gibt es einen RTJ-Nutbearbeitungssatz?
  7. Was gehört zum Lieferumfang: Koffer, Betriebsanleitung, Herstellererklärung, Prüfzertifikat?
  8. Wie wird die Maschine vor Ort gehoben, transportiert und aufgebaut, und von wie vielen Personen?
  9. Gibt es für jede Baugröße ein technisches Datenblatt? Maucotools veröffentlicht eines für ORBITRUE 19 Manual, 40 und 80.
  10. Kann dieselbe Plattform andere Arbeiten übernehmen, etwa das Ausspindeln?

Die ORBITRUE-Baureihe: welche Baugröße für welchen Einsatz

  • ORBITRUE 19 Manual: 1"–19", handbetrieben, ohne Energieversorgung. Für Instandhaltungsteams und Dienstleister, die kleine und mittlere Flansche plandrehen, oft auf engem Raum oder ohne Energie am Flansch.
  • ORBITRUE 40: 18"–40", vier Antriebe, Kopf ±45°, Switch System. Für Betreiber und Dienstleister mit mittleren bis großen Flanschen, die den Antrieb an den Standort anpassen müssen – einschließlich pneumatischer oder hydraulischer Ausführungen für Zone 2.
  • ORBITRUE 80: 40"–80", gleiche Architektur wie die 40. Für große Flansche an Wärmetauschern, Behältern und Pipelines und für Teams, die über das Switch System auch große Durchmesser ausspindeln möchten. Details auf der Seite der ORBITRUE 80.

Drei weitere Baugrößen der Familie folgen in Kürze und schließen die Zwischenstufen.

Häufige Fragen

Ist eine Flanschdrehmaschine dasselbe wie eine Flanschplandrehmaschine?

Ja. Flanschplandrehmaschine, Flanschdrehmaschine und Flanschbearbeitungsmaschine bezeichnen alle eine mobile Drehmaschine, die die Dichtfläche eines Flansches in Einbaulage bearbeitet; spricht man vom „Nacharbeiten“, steht im Vordergrund, dass die Fläche instand gesetzt wird.

Was bedeutet ID-Mount bei einer Flanschplandrehmaschine?

Eine Maschine mit ID-Mount spannt sich in der Flanschbohrung, die zu ihrer Drehachse wird. Die Außenseite des Flansches bleibt frei; das Werkzeug kann daher die ganze Fläche in einer Aufspannung abdecken, und das Ergebnis bezieht sich auf die Rohrachse. Alle ORBITRUE-Maschinen arbeiten mit ID-Mount.

Pneumatisch oder hydraulisch: welche Flanschplandrehmaschine für den Ex-Bereich?

Beides ist möglich; die Wahl hängt daher meist davon ab, was am Standort bereits vorhanden ist: Druckluft oder ein Hydraulikaggregat. Bei ORBITRUE 40 und 80 sind die pneumatische und die hydraulische Ausführung in ATEX-Ausführung Kategorie 3 (Zone 2) erhältlich, Kategorie 2 (Zone 1) auf Anfrage. In jedem Fall gilt die Arbeitserlaubnis des Betreibers.

Wann genügt eine manuelle Flanschplandrehmaschine?

Wenn die Flansche bis etwa 19" groß sind, der Materialabtrag gering ist und am Flansch keine bequeme Energiequelle verfügbar ist. Die ORBITRUE 19 Manual deckt Flächen von 1" bis 19" ab, mit Radialvorschub über Sterngriff und durchgehender Spiraloberfläche. Bei größeren Durchmessern, hohem Abtrag oder langen Serien spart eine motorisierte Maschine Zeit.

Kann eine Maschine Flansche plandrehen und ausspindeln?

Mit dem Switch System ja. Mit dem Switch Kit wird aus einer Flanschplandrehmaschine ORBITRUE 40 oder 80 ein mobiles Bohrwerk für große Durchmesser, und sie lässt sich wieder zurückrüsten.

Die Wahl einer Flanschplandrehmaschine folgt einer kurzen Reihenfolge: zuerst Flächendurchmesser und Bohrung, dann die Spannung, dann ein Antrieb, der zu Energie und Ex-Einstufung des Standorts passt, schließlich die Extras (vertikale Lage, Fasen, RTJ-Nuten, Ausspindeln), die eine zweite Maschine ersparen. Beantworten Sie diese Fragen mit Ihrer eigenen Flanschliste in der Hand, und die Wahl läuft meist auf eine Baugröße hinaus.

Um die drei Baugrößen zu vergleichen und das technische Datenblatt jedes Modells zu öffnen, beginnen Sie auf der Seite ORBITRUE Flanschplandrehmaschinen.

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